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Ärzte zur Gesundheitskarte PDF Drucken E-Mail
Sonntag, 17. Juni 2007
 Ärzte fürchten Daten-GAU bei elektronischer Gesundheitskarte Versicherer und Arbeitgeber könnten Zugriff erhalten Gegen die elektronische Gesundheitskarte formiert sich Widerstand. Der Hauptgeschäftsführer der Ärztegewerkschaft Marburger Bund (MB), Armin Ehl, sagte dem Focus, dass bei niedergelassenen Ärzten die Skepsis schon groß sei und sie bei Ärzten in den Kliniken deutlich wachse. Offenbar bekommen viele erst jetzt mit, was mit der elektronischen Gesundheitskarte alles möglich wird. Quelle: Golem.de Nach Angaben von Ehl wollen Ärzte die Gesundheitskarte, die auch Daten über Krankheiten, Veranlagung oder verschriebene Medikamente speichern kann, nicht in der jetzigen Form haben. Ein Datenmissbrauch sei so nicht auszuschließen, das Vertrauen der Patienten werde gestört. In den Testregionen Heilbronn und Wolfsburg rufen Ständevertreter des Medi-Verbandes und des Virchow-Bundes zum Widerstand auf und wollen Praxen plakatieren. In der Region Ingolstadt verzögert sich die Einführung der Testkarten. Ehl warnte, dass Versicherer und Arbeitgeber möglicherweise Gründe dafür fänden, um den eigentlich nicht vorgesehenen Zugang auf die Krankengeschichte, Fehlzeiten oder genetische Eigenschaften zu erlangen, sofern diese erst einmal erhoben und gespeichert wurden. "Die Daten aus der Lkw-Maut könnten auch für die Ringfahndung genutzt werden", führte Ehl als mahnendes Beispiel an. Die Medizinerin Christiane Groß von der Ärztekammer Nordrhein kritisierte gegenüber dem Focus: "Bei elektronischer Speicherung kann ein Zahlendreher in Diagnosen enorme Folgen haben. Wer kontrolliert die Angaben, und wie lassen sich Fehler überhaupt wieder entfernen?". Was bislang schnell aufzuklären sei, schwirre dann als nicht korrigierbare Daten im Netz herum, befürchtet Groß. Für sie gibt es nur eine sinnvolle Art, persönliche Daten und Computertechnik zu verbinden: "Man kann dem Patienten die Daten auch elektronisch mitgeben, etwa auf einem Memory-Stick oder einer CD."

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